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Ein Jubiläum gibt es heute bei der Firma Hans-Joachim Werner. Im Goldsaal
und Foyer der Westfalenhalle wird das 100järige Bestehen des
Dachdecker-Betriebs mit Mitarbeitern und Geschäftsfreunden gefeiert.
Tradition und handwerkliches
Können prägen seit 1895 die Entwicklung zum heutigen führenden
Fachunternehmen, das sich in der 3. Generation im Familienbesitz befindet.
Nach der Gründung vor 100 Jahren in der Löwenstraße durch Großvater
Johann übernahm 1928 Hans Joachim Werners Vater Erich die
Betriebsleitung.
Der Zweite Weltkrieg ging auch am
Unternehmen nicht spurlos vorüber. Ausgebombt zog die Firma 1945 in die
Wittekindstraße 2, wo auch heute noch der Betrieb seinem Sitz hat.
Lehre als 14jähriger
Am 1. April 1958 nimmt der
heutige Besitzer seine Ausbildung im väterlichen Betrieb auf. Doch
nachdem der 14jährige Sohn gerade einen Monat seine Lehre absolviert hat,
stirbt der Vater.
Rückwirkend ist Werner
mit seiner Berufswahl zufrieden. Eigentlich wollte er im Bereich
Autoschlosserei arbeiten, doch familiäre Umstände ließen Werner den
Beruf, des Dachdeckers ergreifen. "Man bekommt Freude am Beruf, da er
abwechslungsreich und kreativ ist."
Früher sei es auch viel
mühsamer gewesen, so Werner, "doch Entwicklungen im technischen
Bereich erleichterten den körperlichen Einsatz." Körperkraft ist
aber auch heute noch erforderlich und eine genauso wichtige Voraussetzung
für diesen Beruf wie ein starker Kreislauf. Denn schwindlig werden darf
es einem auf dem Gerüst natürlich nicht
Meister & Lehrlingswart
1970 machte er seinem Meister,
und
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seit 1974 ist er Lehrlingswart
der Dachdecker in Dortmund und Lünen.Heute ist er Chef von 22
Mitarbeitern. Neben zwei Bürokräften, darunter auch seine Ehefrau
Annegret, die sich um den kaufmännischen Bereich kümmert, sind 18
Gesellen und Meister (Dachdecker und Klempner) sowie zwei Auszubildende
für ihn tätig.

Auch Frauen hat Werner schon
ausgebildet, allerdings waren es immer Töchter von Meisterkollegen, die
den väterlichen Betrieb übernehmen sollten. Denn ansonsten hält er die
meisten Frauen für diesen Beruf für nicht geeignet.
Sein Sohn Joachim, der ebenfalls
Dachdeckermeister ist, konnte nach einem Motorradunfall nicht mehr im
väterlichen Betrieb arbeiten. Er ist heute als Manager tätig.
Neben den Büroräumen und einer
Werkhalle an der Wittekindstraße gibt es ein zweites Lager an der
Tremoniastraße, wo die Aufzüge, Ziegelmaterial und Container zur
Entsorgung stehen. Mit acht Lieferwagen reisen die Mitarbeiter im
Ruhrgebiet und bis nach Münster von Baustelle, zu Baustelle, von
Projekt zu Projekt, die |
zwischen
einen Tag und 14 Tagen dauern.
Stürmische Tage
Neben vielen Schul- und
Industriebauten hat das Unternehmen auch die Wiedereindeckungen der
Stadtkirchen St. Reinoldi, St. Petri und St. Marien übernommen. An die
Arbeiten an der Immanuel-Kirche in Marten kann sich Ehepaar Werner noch
gut erinnern. Im Jahr 1990, als wegen Sturm die Rosenmontagsumzüge
abgesagt wurden, knickte der Aufzug der Firma am Kirchenbau ab.
Sturmböen von ähnlichem Ausmaß
gab es auch im Jahre 1974. "Damals war schnelles Handeln
erforderlich" erinnert sich Werner, "das Material von Halle 54
im Hafen lag fast gänzlich im Hafen."
Deshalb ist die Firma Werner auch
rund um die Uhr unter Tel. 0231- 12 10 17 zu erreichen. Wenn das Ehepaar
den Firmensitz an der Wittekindstraße verläßt, wird der Ruf in die
Privatwohnung umgelegt. Selbst am Wochenende wird ein Notdienst
organisiert. Landesklinik, Westfalenhalle und Brauereien, um nur einige
Kunden zu nennen, würden den Service zu schätzen wissen, erzählt
Werner, der Träger der silbernen Ehrennadel des deutschen
Dachdeckerhandwerk ist.
Betriebsphilosophie
"Man muß rund um die Uhr
dahinter stehen, denn zufriedene Kunden erhalten uns die Arbeit",
erläutert Werner die Geschäftsphilosophie. Das Leistungsprogramm des
Unternehmens umfaßt Bedachungen aller Art, Abdichtungstechniken sowie
Fassadenbekleidung und Bauklempnerei. |